Fuck-up statt Hochglanz: Ein Abend über das Hinfallen und Wiederaufstehen
Was passiert, wenn wir einmal nicht über Erfolge sprechen, sondern über die Momente, in denen so richtig etwas schiefgegangen ist?
Bei unserer UNORD Fuck-up Night im Fährmann in Bergshausen haben wir genau das getan. Rund 60 Frauen kamen zum Auftakt nach der Sommerpause zusammen, um einen Abend zu erleben, der ehrlich, persönlich, nachdenklich – und gleichzeitig wunderbar unterhaltsam war.
Unter dem Motto „Schöner scheitern – und wieder aufstehen“ standen keine perfekten Lebensläufe und Erfolgsgeschichten auf dem Programm. Stattdessen teilten drei Frauen aus unserem Netzwerk ihre ganz persönlichen Real-Life-Fuck-ups: Tanja Denk (Denk GmbH), Zeynep Zeki (Zeki GmbH) und Svenja Beyer (Denkmal Zukunft GmbH).
Durch den Abend führte Bestsellerautorin Prof. Dr. Daniela Voigt. Als ehemalige Judo-Profisportlerin brachte sie gleich zu Beginn eine Perspektive mit, die wunderbar zum Abend passte: Hinfallen gehört dazu. Entscheidend ist, wieder aufzustehen.
Und noch ein Gedanke blieb hängen: Wer gar nicht erst losfährt, kann zwar nicht scheitern – kommt aber eben auch nirgendwo an.
Drei Frauen. Drei Geschichten. Drei ganz unterschiedliche Fuck-ups.
Zeynep Zeki erzählte von einer Kündigung während ihrer Probezeit, die sie damals tief enttäuschte. Jahre später ist sie selbst Unternehmerin und Arbeitgeberin – und genau diese Erfahrung beeinflusst bis heute ihren Umgang mit Verantwortung und mit den Menschen in ihrem Team.
Svenja Beyer berichtete von ihrem Sprung aus einer sicheren Anstellung direkt in die Selbstständigkeit. Ohne doppelten Boden, dafür mit viel Vertrauen, Einsatz und Durchhaltevermögen. Der finanzielle Puffer wurde kleiner und kleiner – bis genau am Tiefpunkt der langersehnte große Auftrag kam. Ihre Geschichte zeigte eindrücklich, dass wir manchmal nicht wissen können, ob sich hinter dem nächsten Gespräch oder Anruf genau die Chance verbirgt, auf die wir so lange gewartet haben.
Und Tanja Denk sprach über einen Gedanken, den vermutlich viele Frauen kennen: den Anspruch, alles allein schaffen zu müssen. Unternehmertum, Familie, Partnerschaft, Verantwortung – und dabei möglichst keine Schwäche zeigen. Heute sieht sie Stärke anders: Unterstützung anzunehmen, Verbündete zu haben und trotzdem den eigenen Weg zu gehen.
Ihr Bild dafür kommt aus dem Radsport:
„Der Berg stellt dir nur eine einzige Frage: Trittst du weiter oder steigst du ab?“
Netzwerken heißt auch, füreinander da zu sein
So unterschiedlich die Geschichten unserer drei Speakerinnen waren, eines verband sie: Kein Weg verläuft nur geradeaus. Wir treffen falsche Entscheidungen, zweifeln, müssen Pläne verwerfen oder stellen irgendwann fest, dass wir Unterstützung brauchen.
Und genau darüber sollten wir viel öfter sprechen.
Denn ein starkes Netzwerk ist nicht nur dafür da, gemeinsam Erfolge zu feiern. Es trägt auch dann, wenn es schwierig wird. Es schafft einen Raum, in dem wir ehrlich miteinander sein dürfen, Erfahrungen teilen und voneinander lernen können.
Oder wie es an diesem Abend so passend formuliert wurde:
Unterstützt euch. Seid ehrlich miteinander. Traut euch, auch Schwäche zu zeigen – und seid füreinander da, wenn es darum geht, wieder aufzustehen.
Unsere Fuck-up Night war deshalb viel mehr als ein Abend über das Scheitern. Sie war ein Abend über Mut, Vertrauen, Durchhaltevermögen und die Kraft eines guten Netzwerks.
Mit vielen persönlichen Momenten, offenen Gesprächen, neuen Gedanken – und mindestens genauso viel Lachen.
Denn eines haben wir an diesem Abend ganz sicher gelernt:
Perfektion ist eine ziemlich langweilige Geschichte. Die spannenden Geschichten entstehen dazwischen.
Danke an Tanja Denk, Zeynep Zeki und Svenja Beyer für eure Offenheit und euren Mut, eure Geschichten mit uns zu teilen. Danke an Prof. Dr. Daniela Voigt für die ebenso kluge wie humorvolle Begleitung durch den Abend. Und natürlich danke an alle Frauen, die dabei waren, zugehört, mitgefühlt, gelacht und sich ausgetauscht haben.
Genau dafür ist UNORD da: Frauen. Führung. Vernetzt. Und manchmal eben auch gemeinsam wieder aufstehen.
Fotos: Danke an unsere Mitgliedsfrau Nicole Geisler

















































